In Erinnerung an meine große Liebe auf 4 Pfoten

Wie ihr bestimmt wisst sind Tiere für mich sehr wichtig. Ein Tier hat mein Leben besonders geprägt, daher möchte ich euch heute von meiner großen Liebe auf 4 Pfoten berichten.

Das Jahr 2009 war kein so tolles Jahr. Nach einem privaten Vorfall haben mein Dad und ich uns nach langem hin und her dazu entschieden eine Katze zu adoptieren. Wir haben uns umgeschaut, informiert und sind dann auf einen Katzenschutzbund in der Nähe aufmerksam geworden.

Dort fanden wir Paul. Ein junger Kater, der vor allem und jedem Angst hatte, selbst vor seinem eigenen Spiegelbild. Was soll ich sagen? Wir haben uns sofort auf einem Bild von ihm auf der Homepage verliebt. Also dort angerufen, einen Termin vereinbart und noch fix eine Transportbox gekauft und los gings.

Es war die beste Entscheidung die wir treffen konnten. Auf Grund dessen, dass Paulchen sehr ängstlich war und Einzelkater hatte er sehr schlechte Chancen vermittelt zu werden.

Wie er dann in die Box gesetzt wurde und dort sass wie ein Häufchen Elend und die pure Angst in den Augen. Ein Anblick den ich nie vergessen werde aber schon da hatte ich ihn ganz fest in mein Herz geschlossen.

Die erste Zeit war natürlich nicht so ideal. Wir hatten einen Kater Zuhause, der Angst vor allem möglichen hatte. Tagsüber hat man ihn gar nicht gesehen, so dass wir schon Angst hatten seine Blase würde irgendwann platzen. Wenn wir dann abends ins Bett gegangen sind kam er aber an. Schmusen, kuscheln, streicheln. Da wurde er richtig mutig und immer aufdringlicher 🙂

Trotz seiner Angst war er halt typisch Kater mit seinem eigenen Kopf und seinen Eigenschaften. So hat es natürlich etwas gedauert bis wir raus hatten welches Futter er gerne isst, wie er sein Klöchen sauber gemacht haben möchte, wie und wo er am liebsten gestreichelt werden mag etc.

Am Anfang als er bei uns eingezogen ist sass ich stundenlang bei ihm vor der Höhle in der er sich tagsüber versteckt hat, habe mit ihm gesprochen, ihn gestreichelt, was er auch alles sehr genossen hat. Und von Tag zu Tag, eher von Minute zu Minute habe ich mich mehr in den kleinen Prinzen verliebt.

Kurz nachdem wir ihn adoptiert haben hatte er dann Geburtstag. Ja manche mögen es belächeln, trotzdem gab es Geschenke (in Geschenkpapier eingepackt), ein extra Leckerchen und natürlich ein Geburtstagsständchen.

So verging dann ein Jahr. Wir sassen im Wohnzimmer, nichts ahnend und wer kommt da plötzlich ganz mutig um die Ecke? Der kleine Prinz Paul. Seit dem haben wir ihn immer regelmäßiger tagsüber gesehen. Aber bloß nicht anfassen und streicheln, immer mit Sicherheitsabstand. Bis er dann eines Tages ankam, auf den Schoss gesprungen ist als wäre es das normalste der Welt und am helligsten Tage beschmust werden wollte. Ich kann euch gar nicht sagen wie stolz ich in dem Moment auf meinen kleinen Prinzen war.

Seitdem ist er uns aber auch nicht mehr von der Seite gewichen. Mal eben ins Bad verschwinden, nicht ohne das vor der Tür ein ganz unglücklicher Kater sass und laut gemauzt hat. Abends die Tür zumachen zum schlafen? Eine Katastrophe für ihn. Abends noch im Buch lesen oder am Pc sitzen? Nicht ohne Paulchen 🙂

Dann kam Tag X, der wie ich dachte schlimmste Tag. Da wusste ich noch nicht das es noch viel schlimmere Tage geben wird. Ich kam Abends von der Arbeit nach Hause, kein Paulchen zu sehen, kein Begrüßungskomitee vom kleinen Prinzen. Also bin ich mal gucken gegangen was der kleine Stinker denn macht. Er lag im Bett und wollte nicht kuscheln, kein Leckerchen, nichts. Zuerst habe ich mir noch nichts dabei gedacht, vielleicht wollte er einfach seine Ruhe haben. Also bin ich rüber in die Küche und wollte was trinken. Ich habe gerade die Schranktür aufgemacht da kam ein lautes gemauze aus dem Schlafzimmer das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ganz kläglich, weinerlich, herzergreifend. Dann wollte er laufen und ist nur in Zeitlupe gegangen.

Also im Internet einen Tierarzt gesucht der Notdienst hat (es war ja schon was später) und natürlich keiner in der Nähe. Also den Paul eingepackt und Richtung Remscheid rüber. Dort wurde Paulchen dann in Narkose gelegt, da er sich nicht untersuchen lassen wollte.

Weiter werde ich auf den Arztbesuch nicht eingehen, es war eine zu schreckliche, viel zu lange Nacht. Das versteht ihr sicher. Kurzum: Paulchen hatte Harnsteine und bekam einen Katheter gelegt. Es war kurz vor 12 gewesen.

Zum Glück hatte er sich wieder erholt und wurde wieder gesund.

Dann kam der Tag an dem ich ausgezogen bin. Paulchen blieb bei meinem Dad. Trotzdem habe ich fast täglich mit ihm telefoniert. Jawohl, richtig gelesen. Ich habe angerufen, mein Dad hat ihm den Hörer hingehalten und ich hab ihm alles mögliche erzählt und er hat mir wohl auch alles mögliche erzählt seinem gemauze nach zu urteilen 🙂

Ich werde nie vergessen wie doof Paulchen geguckt hat (und ich wahrscheinlich auch) als ich meinen Dad dann mal besucht habe. Bin auf allen 4en ins Schlafzimmer gekrabbelt und wollte ihn überraschen, aber er hat eher mich überrascht. Da bin ich gerade um die Ecke gekrabbelt, da kommt Paulchen mir entgegen. Blieb stehen, sah mich mit riesengroßen Augen an, wie versteinert. Als ich ihn dann mit Hallo mein kleiner Prinz begrüßt habe war aber vorbei. Da hat er sich vor mir auf den Rücken geworfen, wollte am Bauch gekrault werden und hier gekrault werden und da gekrault und beschmust werden. Die Freude war auf beiden Seiten riesig.

So verging dann die Zeit, mein Dad hat mir immer Bilder von Paulchen geschickt, ich habe weiterhin fast jeden Tag mit ihm telefoniert.

Dann kam am 12.04.2013. Ich stand gerade mitten im Geschäft beim Einkauf. Paulchen ist beim Tierarzt, er musste stationär aufgenommen werden. Er hatte wieder Harnsteine bekommen und es war nicht möglich wieder einen Katheter zu legen. Deshalb musste er da bleiben damit die Blase immer gespült werden konnte.

Der 13.04.2013. Paulchen ginge es schon etwas besser, er muss aber noch da bleiben, die Blase muss weiterhin gespült werden.

Der 14.04.2013, einer der schwärzesten Tage in meinem Leben. Es war Sonntag, ich lag noch im Bett als der Anruf kam. Paulchen musste eingeschläfert werden. Seine Blase musste nochmal gespült werden, dies konnte immer nur in Vollnarkose geschehen. Dabei stellte die Ärztin dann fest das seine Nieren versagt haben. Sie hat dann meinen Dad angerufen, Paulchen schläft, es gibt keine Hoffnung mehr, ob sie ihn nochmal aufwachen lassen soll oder direkt gehen lassen soll. Er hat dann entschieden ihn direkt gehen zu lassen, ihn nochmal aufwachen zu lassen wäre einfach nur egoistisch und für Paulchen unnötiges Leid gewesen wenn er noch länger die Schmerzen hätte ertragen müssen.

Paul, ein kleiner Kater der sich von einem richtigen Angsthasen zu einem sehr mutigen, aufgeweckten Kater entwickelt hat. Jeden Tag hat man gemerkt wie dankbar er war das er ein Zuhause hatte wo er geliebt wurde. Natürlich gab es auch Tage wo er uns sehr verärgert hat, andersrum gab es bestimmt auch Tage wo er sich gefragt hat wo er nur gelandet ist und uns mit dem Arsch nicht mehr angeguckt hat. Aber so ist das nun mal in einer Familie. Und ja, Paulchen gehört zur Familie. Nicht gehörte, er gehört zur Familie!

Manche Eigenschaften konnte er zwar nie ablegen, wie z.B. in einem Raum wo die Tür zu war in Panik zu verfallen (Gott was tat mir das leid als ich ihn mal versehentlich in meinem Zimmer eingesperrt habe) oder schnell in seine Höhle zu flüchten wenn jemand aufgestanden ist. Aber trotzdem war er der beste Kater den man sich wünschen kann. Er hat nie gebissen, hat nur einmal seine Krallen benutzt (was der Fehler der Person war die die Krallen abbekommen hat) und sonst konnte man alles mit ihm machen.

Selbst als er Antibiotika bekam nachdem er das erste mal Harnsteine hatte, hat er das murrend über sich ergehen lassen und nie die Krallen erhoben.

Viele Tiere haben mich auf meinem Leben bisher begleitet, Vögelchen, Rattis, Hamster… Alle habe ich geliebt, liebe ich noch immer und werde sie immer lieben. Aber Paulchen hat einen ganz besonderen Stellenwert.

Nach dem Vorfall 2009 auf den ich nicht genauer eingehen werde, hat er so viel Kraft und so viel Liebe geschenkt. Ich habe ihm alles erzählt was ich so vielleicht kaum jemandem gegenüber erwähnt habe und er hat mich immer mit seinen liebevollen Augen angeschaut und mir aufmerksam zugehört. Wenn ich traurig war hat er mich getröstet, wenn ich krank war lag er bei mir und alleine durch seine Anwesenheit ging es mir besser, wenn ich glücklich war habe ich es mit ihm geteilt, wenn ich wütend war hat er mich wieder runter geholt und beruhigt. Wenn er bei mir schlief bin ich mit seinem schnurren eingeschlafen und mit meinem Kopf auf / an ihm liegend wieder aufgewacht. Jeden Geburtstag haben wir gefeiert, es gab Geschenke die wir zusammen ausgepackt haben (heißt: ich habe das was ich eingepackt habe wieder ausgepackt und er hat neugierig zugeschaut), Leckerchen (für ihn wohl das Beste daran) und immer ein Geburtstagsständchen (womit er wohl nie so ganz was anfangen konnte 🙂 ).


Mein kleiner Paul, mein kleiner Prinz. Dieser Beitrag ist dir gewidmet weil du mir so viel gegeben hast und mein Leben um so vieles bereichert hast. Weil du ein einmaliger Kater bist. Ja, bist, denn am Ende der Regenbogenbrücke wartest du das wir uns irgendwann wieder sehen. Ich liebe dich mein Prinz, meine große Liebe auf 4 Pfoten! Ich vermisse dich!

Paul (liebevoll Paulchen, Prinz, Stinker, Paule-Maule genannt) geboren am 13.05.2007, über die Regenbogenbrücke gegangen am 14.04.2013

 

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