Alles Amphi oder was? (Teil 2)

Das Amphi geht natürlich zwei Tage. Der aufmerksame Leser wird aber festgestellt haben das ich bisher nur von dem Samstag geschrieben habe. Daher kommt hier nun der Sonntag in einem extra Bericht. Sollte jemand den Bericht vom Samstag noch nicht gelesen haben, sollte er das hier ganz dringend nachholen. Sonst verpasst ihr was.

Der Sonntag hatte es wirklich in sich und es spielten viele Bands die ich gerne sehen wollte. Also haben Silke und ich uns um 10:30 Uhr auf den Weg zum Bahnhof gemacht und wie durch ein Wunder kam der Zug sogar pünktlich. Wir waren gegen 11:30 Uhr am Tanzbrunnen. Festivalbändchen gezeigt, Taschenkontrolle, Flaschen gefüllt und los ging es zur Bühne. Der Sonntag begann also genau wie der Samstag, nur etwas früher.

Diesmal sind wir auf der rechten Seite der Bühne geblieben statt uns nach links den Weg frei zu kämpfen. Dort hatten wir aber auch einen guten Platz ergattert und anschließend nervös auf Heldmaschine gewartet.

Kurz und knapp: Heldmaschine hat den Tanzbrunnen zum Beben gebracht. Die Outfits waren sehr interessant, Westen mit blauen LEDs. Gespielt wurde unter anderem „R“, „Sexschuss“ oder auch „Radioaktiv“. Einfach um ein paar als Beispiel zu nennen. Wobei auch in diesem Bericht wie immer gilt, ich liste nicht alle einzelnen Songs auf. Ich kann es mir ohnehin nicht merken und zum anderen, will ich nicht wie andere Seiten einfach nur alles stupide auflisten.

Getrunken haben die Jungs aus Benzinkanister, unter heftigen Jubelanfällen der Fans. Generell wurden sie für alles bejubelt was sie gemacht haben. Und das natürlich vollkommen zurecht. Es hat viel Spaß gemacht die Jungs live zu sehen und die Zeit ging viel, viel, viel zu schnell vorbei. Sie hätten gerne noch eine Stunde oder länger weiter spielen können. Aber irgendwann war es leider für sie Zeit die Bühne zu verlassen. Sehr schade.

Aber auf die nächste Band habe ich mich persönlich auch sehr gefreut. Es war eine Band, mit der ich viele Erinnerungen verbinde: Neuroticfish. Vor über 10 Jahren war ich freitags immer in Düsseldorf, zum „Grufti-Treffen“. Generell war ich früher viel mit Freunden in Düsseldorf unterwegs und damals haben wir häufig Neuroticfish gehört. Insbesondere den Song „They’re coming to take me away“. Ich muss gestehen, ich kenne bei weitem nicht alle Songs. Wohl eher die wenigsten. Bis ich gelesen habe das sie auf dem Amphi auftreten, waren sie auch in der hintersten Ecke in meinem Gedächtnis verschollen und haben sich mühsam ihren Weg daraus hervor kämpfen müssen.

Der Auftritt hat mir sehr gefallen. Ich kann nicht behaupten das ich alle Songs die gespielt wurden mega gut fand, 1-2 waren wirklich dabei die mir nicht zusagten. Es war auch keine riesige Bühnenshow oder dergleichen. Das alles hat der Sänger Sascha aber durch seine sympathische Art mehr als wett gemacht. Es war ein Auftritt den ich bestimmt niemals vergessen werde.

Nach Neuroticfish kam die Band Qntal. Eine Band, mit der weder Silke, noch ich persönlich viel anfangen konnten. Also sind wir ein bisschen shoppen gegangen und haben an den Ständen gebummelt. Bzw. habe ich geschaut was für mich vielleicht noch für später interessant wird. Ich wollte ungerne tagsüber shoppen und dann den ganzen Krempel in meine, mit Krempel überfüllte Tasche stopfen um dann noch mehr geliebten Krempel mit mir rum zu schleppen.

Aber sobald Qntal sich dem Ende neigte sind wir direkt wieder zur Main Stage gelaufen. Schließlich stand nun der Auftritt einer Band an, auf die ich mich wirklich sehr, sehr gefreut habe: Solar Fake. Nachdem ich den Tag davor schon an Sven vorbei gelaufen war (OMG!), durfte ich ihn und André endlich auf der Bühne erleben. Ich höre Solar Fake schon seit Jahren und sie waren auch schon mal auf dem Amphi als ich da war. Aber aus irgendwelchen Gründen habe ich sie nie gesehen. Daher standen sie für mich auf Platz 1 der Prioritäten-Liste. Gut, zusammen mit noch ein paar anderen Bands aber dennoch ganz oben.

Endlich war es dann auch so weit. Meine Fresse! Anders kann man es nicht mehr ausdrücken. Für mich war Solar Fake wirklich mein absolutes persönliches Highlight vom Amphifestival 2018. Ich versuche gerade zu beschreiben was ich fühlte, wie genial Solar Fake waren als sie auf die Bühne stürmten und los legten. Aber mir fehlen einfach die Worte. Vom ersten bis zum letzten Ton war eine mega Stimmung auf der Bühne und beim Publikum. Die Atmosphäre während des Auftritts war magisch aufgeladen. Es hätte mich nicht gewundert wenn Funken gesprüht oder wir in eine andere Welt katapultiert worden wären. Es war unglaublich. Es hat so viel Spaß gemacht, das Tanzbein wurde geschwungen, es wurde mitgesungen und gefeiert als gäbe es kein Morgen mehr.

Ich vermute immer noch, dass es irgendwie zu magisch war. Anders kann ich es mir beim besten Willen nicht erklären, dass 55 Minuten so schnell vorbei waren. Und wer hat das eigentlich verbockt das sie nur 55 Minuten spielen durften?

Auf die Band die nach Solar Fake kam habe ich mich auch sehr gefreut. Der Sonntag war von den Bands her wirklich… bombastisch. Erst mal musste ich mich durch die ganze Masse raus kämpfen weil ich dringend unser Wasser nachfüllen musste, nachdem ich Silkes und meine Flasche während Solar Fake leer getrunken habe. Die größte Herausforderung kam aber dann: Ich musste mich durch die Masse zurück kämpfen. Ich wurde angeschaut wie eine Schwerverbrecherin, dabei war ich gar nicht zu spät. Ich war ja vorher schon da, ich musste nur Wasser holen und Silke hat währenddessen meinen Platz mit ihrem Leben verteidigt.

Was soll ich sagen? Es war dort in der 3.-4. Reihe sehr kuschelig. Das konnte nur eins bedeuten: Agonoize traten als nächstes auf. Es ist glaube ich ca 3 Jahre her das ich Agonoize live gesehen habe. Kurz: Viel, viel, viel zu lange her.

Agonoize ist eine Band, die ich höre seit ich 12 bin. Ich bin damals morgens um 06:00 Uhr aufgestanden, hab meine Musikanlage im Zimmer aufgedreht, Agonoize-CD eingelegt und erstmal mein Zeug für die Schule gepackt. Sobald es raus ging lief Agonoize selbstverständlich auf meinem MP3-Player weiter. Also man kann schon sagen, dass ich mit Agonoize „groß“ (naja.. eher „älter“) geworden bin. Daher ist es für mich immer ein magischer Moment wenn ich Chris auf der Bühne sehe. Leider aktuell ohne Oli aber gut. Was will man machen?

Der Auftritt von Agonoize war mal etwas ganz anderes. Ohne Blutshow. Aber! Nichts desto trotz sehr gut. Ja, der Auftritt war mal was anderes. Anstatt das Blut aus den Handgelenken spritzte, wurden Trump und Merkel mit einem Baseballschläger vermöbelt. Statt Blut aus der Halsvene, kam eine Blutfee mit einer Klobürste, die damit ein paar Spritzer Blut verteilte. Ich habe viel gelacht während der Show und es hat mir Spaß gemacht Agonoize mal anders zu erleben.

An dieser Stelle muss ich auch wirklich mal ein ernstes Wort los werden: Ich verstehe diese „Fans“ nicht die sich so dermaßen darüber aufregen, dass dort keine Blutshow war. Ja, für mich auch unverständlich warum der Veranstalter sich plötzlich quer stellte, wo es 2015 noch kein Problem war. Aber es war so und Chris hat das Beste aus der Situation gemacht, was er machen konnte. Ihn deswegen rund zu machen oder über ihn zu meckern, von wegen Chris lässt sich von den Veranstaltern rein reden, absolutes no go! Da sollten sich besagte „Fans“ in Grund und Boden schämen. Ich bin froh das ich Agonoize überhaupt noch mal live erleben durfte. Ich weiß nicht was los ist bei Chris aber es klang letztens nicht so, als würde es Agonoize noch ewig geben. Und das der Ton bei Agonoize beim Amphi leider nie so prickelnd ist, kennt man. Ich vermute nach wie vor das die Anlage dort nicht mit der „Verzerrung“ der Stimme zurechtkommt.

Agonoize ist die Musik, auf die abgefeiert wird! Agonoize sind die Texte, die provozieren und auch zum nachdenken anregen! Agonoize ist nicht das Kunstblut alleine!

Das musste ich jetzt mal ganz dringend los werden, weil ich mich das ganze Wochenende und den Montag auch schon darüber aufgeregt habe.

Nach Agonoize haben wir uns aus der Masse etwas raus gekämpft und uns mal an den Rand gesetzt. Dort haben wir noch mit netten Menschen gequatscht und unsere Füße entspannt. Nebenbei noch ne halbe Flasche Wasser über mich entleert (Gott, war das in dem Moment ein angenehmes Gefühl) und die Flaschen neu aufgefüllt.

Danach sind wir wieder zur Main Stage zurück um auf Oomph! zu warten. Auf Oomph! war ich selbst auch sehr gespannt. Das ist für mich eine Band, die man einfach immer mal wieder hört. Aber leider habe ich sie auch noch nie live gesehen.

Bei Oomph! haben wir uns nicht so ins Gedränge gestürzt, sondern sind etwas weiter an der Seite geblieben. Dennoch standen wir letzten Endes irgendwie mitten drin, weil doch noch einige Leute dazu kamen. Aber die Luft war am Rand doch etwas besser und tatsächlich haben wir am Rand mehr gesehen als zuvor bei Agonoize in der 3.-4. Reihe.

Oomph! haben aber auch derbe abgerockt. Das muss ich einfach mal so sagen. Es war grandios! Ein wahres Gewitter auf und vor der Bühne. Es wurde gesprungen, getanzt, gesungen und gerockt. Meine Güte! Es hat so viel Spaß gemacht und bei der nächsten Tour hoffe ich das sie in der Nähe spielen damit ich ein komplettes Konzert von ihnen besuchen kann. An dieser Stelle muss ich mal anmerken: Dero sieht, finde ich, genauso aus wie 2004 noch im Video zu „Augen auf!“. Mit dem Lied habe ich Oomph! damals kennen gelernt und seit dem gehörten sie einfach immer irgendwie, irgendwo mit dazu. Eine wirklich großartige Band, die auch nach so vielen Jahren noch viel Spaß auf der Bühne hat.

Der Headliner des Abends war dann And One. Eigentlich war ursprünglich der Plan das wir uns die ansehen wollten. Aber! Ich war bis dato immer noch nicht richtig shoppen. Ich wollte meinem Mann unbedingt was mitbringen und ich hatte immer noch nichts gefunden. Also haben wir And One sausen lassen und sind shoppen gegangen. Beim Out of Line-Stand haben wir uns erst mal mit Solar Fake T-Shirts eingedeckt (warum fehlte so eins eigentlich noch in meinem Schrank? Asche auf mein Haupt!). Danach habe ich tatsächlich noch eine Kette für meinen Mann gefunden und wir haben einen Stand gefunden mit wunderschönem Schmuck. Teilweise handgemacht und preislich unschlagbar. Dort haben wir dann auch noch bei den Ohrringen und bei den Überraschungstütchen zugeschlagen. Ich hatte übrigens 2 sehr niedliche Haarspangen drin.

Zwischendurch haben wir uns noch einen Met, bzw ich mir ein Winkingerblut gegönnt. Chris L. stand auch wieder am Metstand und ich habe erst mal wieder einen „OMG!!! Da steht Chris L.“-Anfall bekommen. Übrigens, genauso wie am Tag zuvor auch schon. Beachtet unten in der Galerie gleich mal das Foto von unserem Met und Wikingerblut. Oben links in der Ecke ist sogar der Stiefel von Chris mit drauf!!!

Mein Fazit für das Amphi dieses Jahr: Absolut grandios! Das beste Amphi seit Jahren für mich. Das Line Up hat mich absolut angesprochen und zum Glück spielten soweit auch alle Bands die mich interessierten auf der Main Stage. Ich hätte mir zwar gerne auch Funker Vogt angeschaut, aber die Schlange zum Theater war so dermaßen lang. Da wollten wir uns dann doch ungerne anstellen. Aber! Ich habe Chris vor seinem Auftritt wenigstens in seinen schicken Funker Sachen gesehen als er da stand und geraucht hat.

Auf dem Boot spielte Joachim Witt, den Silke gerne sehen wollte. Aber weil das Boot so weit weg war haben wir uns dagegen entschieden. Ansonsten spielte zum Glück nichts auf dem Boot was wir sehen wollten. Aber die Bands auf der Main Stage haben uns definitiv gereicht.

Ich freue mich jedenfalls auf nächstes Jahr und hoffe, dass das Line Up dann wenigstens halb so genial wird wie dieses Jahr.

Jetzt folgt wie immer zum Abschluss noch eine kleine Bildergalerie. Und bevor gemeckert wird, wiederhole ich mich zum X-ten mal: Die Bilder sind alle beim tanzen entstanden. Ich habe meistens gar nicht hingeschaut sondern einfach auf aufnehmen gedrückt, daher sind viele etwas verwackelt. Dadurch das ich meist weiter weg stand von der Bühne habe ich zum ersten mal die Zoom-Funktion von meinem Handy ausprobiert und die Bilder sind diesmal nicht ganz so scharf. Aber, wie jedes mal: Ich bin da um zu feiern und um zu tanzen. Für die professionellen und qualitativ hochwertigen Bilder sind die professionellen Fotografen vor Ort. Ansonsten viel Spaß beim anschauen der Galerie.

Wenn ihr auch auf dem Amphi wart, dann schreibt mir doch mal in die Kommentare wie ihr es fandet und was euer persönliches Highlight war.

 

 

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