Das Leben als Berufspendler

Es ist nicht immer ganz einfach. Man steht morgens auf, macht sich fertig, zwischendurch noch eine Kippe geraucht und schon flitzt man los. Erst in den überfüllten Bus und dann geht es weiter zum Bahnhof wo man gespannt ist was einen diesmal erwartet. Das Leben als Berufspendler.

Früher bin ich wirklich gerne mit der Bahn gefahren. Als ich noch zur Schule ging habe ich in den Ferien immer ein Ferienticket für ganz NRW gehabt und konnte von Morgens bis Abends durch NRW fahren. Wenn Freunde das Ticket auch hatten war es auch klasse, dann ist man einfach zusammen in irgendwelche lustig klingenden Städte gefahren, wie zum Beispiel Geilenkirchen. Oder man ist einfach in den nächsten Zug gestiegen der kam und wenn man keine Lust mehr hatte wieder ausgestiegen.

Auch wenn ich dann alleine gefahren bin hatte ich immer viel Spaß, einmal habe ich mich eine Stunde mit einem Lokführer unterhalten, ansonsten viel gelesen, Musik gehört oder die Umgebung begutachtet.

Das waren noch Zeiten!

Heute ist es soweit das ich froh bin, wenn ich nicht mit der Bahn fahren muss. Was sich geändert hat? Ganz einfach. Früher bin ich gefahren weil ich Spaß daran hatte oder weil ich mich mit Freunden getroffen habe, die oft ebenfalls mit der Bahn gefahren sind, heißt, wenn da mal jemand später kam war das kein Thema.

Heute fahre ich Bahn weil ich zur Arbeit muss. Ich muss pünktlich da sein und es kommt nicht gut wenn ich gefühlt jeden Tag oder jede Woche den Chef anrufe und sage: „Ich komme was später, die Bahn hat Verspätung“.

Ich mein, ich fahre generell so das ich einen zeitlichen Puffer habe und ich fahre so, dass ich 2 Züge zur Auswahl habe, dass wenn einer Verspätung hat oder ausfällt, ich auf den anderen ausweichen kann. Lustig wird es, wenn beide Züge Verspätungen haben oder ausfallen. Und mit Verspätungen meine ich nicht 5 bis 10 Minuten, sondern 15+ Minuten.

Selbst wenn ich dann mal auf die S-Bahn umsteigen muss, weil sie im Gegensatz zum RE pünktlich kommt, ist das aber noch lange keine Garantie das ich pünktlich zur Arbeit komme. Im Gegenteil! Dann fahre ich über eine andere Haltestelle und steige dort, oder versuche es zumindest, in eine Straßenbahn, die gerade morgens, eigentlich nie pünktlich kommt. Ich stand also auch dort an dieser Haltestelle schon mehrmals ne gute halbe Stunde und weit und breit war keine Straßenbahn zu sehen.

Und wenn dann morgens alles schon schief geht, weiß ich das die Bahn und Co das bis zum Abend nicht behoben kriegen und dort geht dann auch alles schief. Gerade abends, unter der Woche ist das natürlich nochmal besonders ärgerlich. So viel Freizeit hat man abends ja auch nicht mehr bis man ins Bett geht.

Aber wer jetzt denkt, wenn morgens alles gut geht, dann geht abends auch alles gut, der täuscht sich ganz ganz stark! Da werden locker aus den ersten 5 Minuten Verspätung mal 25+ Minuten Verspätung und dann fährt man letzten Endes doch mit einem ganz anderen Zug.

Aber selbst wenn mit der Bahn und Co. mal alles gut geht, es ist noch keine Garantie das dann der Bus nach Hause auch pünktlich kommt. Ich kann gar nicht sagen wie oft ich in den letzten Wochen auch gerne eine halbe Stunde am Bahnhof stand weil einfach mal kein Bus kam.

Jetzt fragen sich einige vielleicht, warum meckert die und fährt nicht mit einem Auto? Das können aber auch echt nur Leute fragen die mich nicht kennen.

Ich erfülle beim Autofahren durchweg jedes Klischee zum Thema Frauen am Steuer. Vom zu ängstlich und zu langsam fahren bis hin zum nicht einparken können. Ich nehme alles mit!

Kennt ihr den Spruch Frauen am Steuer das wird teuer? Oh ja! Und wie teuer sowas werden kann wenn man beim einparken ein anderes Auto knutscht.

Dazu kommt, zeitlich gesehen macht es für mich keinen Unterschied ob ich mit der Bahn fahre oder mit dem Auto. Habt ihr schon mal versucht während des Berufsverkehrs mit dem Auto nach Köln rein zu fahren? Vergesst es! Da ist man stundenlang unterwegs. Und wenn mit der Bahn soweit alles klappt und die Züge halbwegs pünktlich kommen ist es natürlich viel angenehmer und stressfreier als mit dem Auto. Zumindest wenn man genauso ungerne Auto fährt wie ich.

Und auf die Frage, warum ich nicht nach Köln ziehe, ganz einfach: Darum. Es ist halt so, fertig.

 

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