Ein letzter Gruß

Wir dachten wir haben Zeit. Wir dachten, wir haben noch Monate bis zu diesem Augenblick. Aber leider ist das Leben selten fair. Selten ist das Leben so, wie wir es uns erhoffen oder erträumen. Selten ist das Leben, wie wir es uns wünschen. Das mussten meine Mama und ich jetzt ganz grausam feststellen.

Als ich bei meiner Mama eingezogen bin am 14. April 2016 sagte sie mir, dass Dean vorher hier gewohnt hat. Das Dean über die Regenbogenbrücke gehen musste. Jetzt weiß ich was die Regenbogenbrücke ist. Es ist eine Brücke in eine wunderschöne Welt. Es ist eine Brücke, in ein Leben nach dem Tod.

Heute lest ihr meinen letzten Beitrag.

Ich denke, es war ein Abend wie sonst auch. Ich weiß es nicht. Aber ich denke es. Ich glaube, ich bin wach geworden, habe mich zurecht gemacht und bin dann in mein Laufrad gegangen. Frühsport. Ich weiß nicht ob ich noch Schmerzen hatte. Ich denke, ich hoffe nicht. Ich bin gelaufen. Ich bin Runde um Runde in meinem Laufrad gelaufen. Bis sich die Umgebung geändert hat. Ich merkte, wie mein Körper nicht mehr wollte wie ich. Aber ich lief immer weiter. Ich lief und lief. Ich lief eine bunte Brücke entlang. Sie erstrahlte in allen möglichen Farben. Erst hatte ich etwas Angst. Dann habe ich nur noch Frieden gespürt. Die Umgebung änderte sich.

Ich lief diese schöne Brücke entlang. Am Ende standen ganz viele andere Tiere. Dean ist auch hier.

Normalerweise sind Hamster strikte Einzelgänger. Wir verteidigen unser Revier bis zum Tod. Aber hier im Land hinter der Regenbogenbrücke brauchen wir das nicht. Hier herrscht Friede und Freundschaft.

Hier im Land hinter der Regenbogenbrücke gibt es so viele Laufräder, so viel Futter. Andere Tiere die einem alle freundlich gegenüber sind. Es gibt keine Verpflichtungen. Wenn ein Hamster mag kann er sein Einzelgängerleben hier weiter leben. Wenn ein Hamster Lust auf Gesellschaft hat gibt es hier einen großen Hamsterplatz. Dean war so lieb und hat mich hier ein bisschen rum geführt. Ich denke es ist ein schöner Ort. Ein fast perfekter Ort. Wenn meine Mama und mein Papa nur auch hier wären.

Ich konnte mich nicht mehr von meiner Mama verabschieden. Am Samstag haben wir noch gespielt. Sie hat mein Schlafhäuschen sauber gemacht und wir haben ein bisschen rum geblödelt, wie Mama das nennt. Wir haben zusammen alles auseinander gebaut. Und als meine Mama wieder alles unter meiner Anweisung zurecht gemacht hat, hat sie mir das Schälchen mit den Pinienkernen hingestellt. Ich glaube, meine Anweisungen waren etwas zu viel für sie und sie wollte das geschickt verstecken, dass sie nicht so einen Sinn für die Inneneinrichtung hat wie ich. Gut, hat sie auch geschafft. Welcher Hamster sagt schon nein bei Pinienkernen? Ich habe hier keinen kennen gelernt.

Am Sonntag habe ich etwas länger geschlafen. Meine Mama nennt mich auch immer mit einem Lächeln ihre Schlafmütze. Von wegen. Wer lag denn oft schon im Bett wenn ich aufgestanden bin? Aber Mama hat mir erklärt, dass sie einen ganz anderen Schlafrhythmus hat als ich. Deshalb bin ich morgens ganz oft noch länger wach geblieben. Die Mama hat sich dann nämlich immer noch Zeit für mich genommen und mir Leckerchen gegeben. Und wenn ich meiner Mama eine riesen Freude machen wollte, dann habe ich mich von ihr streicheln lassen.

Letztens hatte meine Mama aber etwas verschlafen. Mir sind schon fast die Augen zugefallen als sie dann endlich rüber kam. Ich habe zwar ein Leckerchen von ihr bekommen aber sie musste sich für die Arbeit fertig machen. Ich weiß jetzt auch was Arbeit ist. Mama geht raus, geht zur Arbeit und im Gegenzug kann sie mir ganz viele Leckerchen und Futter kaufen. Also ist Arbeit eine Beschaffung für Hamsterleckerchen.

Aber ich hab mir gedacht nee, jetzt bin ich schon wach geblieben, also beschäftige dich bitte wie sonst auch mit mir. Also habe ich am Gitter gerüttelt aber darauf hat Mama nicht so gehört. Also habe ich etwas ganz verbotenes gemacht. Ich bin die Gitterstäbe hoch geklettert. Ha! Da kam die Mama aber angeschossen wie ein geölter Blitz. Ganz schnell ist sie angerannt gekommen um mich aufzufangen und mich wieder unten abzusetzen. Hui was hat das Spaß gemacht! Und als Belohnung für den tollen Spaß für uns beide hat sie noch überall ein paar Pinienkerne versteckt die ich dann gesucht habe.

Eigentlich dachte ich Sonntagabend als ich aufgestanden bin, dass der Montagmorgen wird, wie immer.

Aber das Leben ist unfair. Das Leben ist selten so schön oder so fair wie wir es verdienen.

Wir haben gedacht wir haben noch Monate. Das ich bald über die Regenbogenbrücke gehen muss war für uns gar nicht präsent. Warum auch? Ich bin jung, keine 2 Jahre alt und top fit. Aber so schnell kann sich alles ändern. Über Nacht hat sich unsere Welt drastisch verändert.

Montagmorgen, als ich im Regenbogenland war habe ich meine Mama rufen gehört. Erst ganz leise. Dann immer lauter und lauter. Mama hat mich nie angeschrien. Sie liebt mich und ich liebe sie. Ich wollte ihr so gerne antworten, auf ihre Hand klettern und sagen, Mama, es ist alles gut. Mir geht es gut, ich bin bei Dean. Aber die Regenbogenbrücke ist nur in eine Richtung begehbar. Wenn man sie einmal überquert hat, kann man nie wieder zurück.

Aber ich bin nicht weg. Ich bin nur voraus gegangen. Irgendwann kommen Mama und Papa die Regenbogenbrücke entlang. Es wird noch viele Jahre dauern aber irgendwann werden wir uns wieder sehen. Was uns bis dahin bleibt sind die Erinnerungen, die kann uns keiner, wirklich keiner, nehmen!

Ich verabschiede mich jetzt von euch allen.

 

Meine kleine Püppi, mein kleiner Plüschpopo.

Ich vermisse dich so unglaublich doll. Wenn ich ins Wohnzimmer gehe ist dein Haus leer. Dein Laufrad, deine Leckerchen und Spielsachen sind dort alle ordentlich in Tüten verpackt und aufeinander gestapelt. Jedes mal wenn ich ins Wohnzimmer gehe möchte ich dir hallo sagen, als ich gestern Abend ins Bett gegangen bin wollte ich dir noch Futter geben und stand vor deinem leeren Haus.

Heute Nacht habe ich von dir geträumt. Ich weiß nicht mehr was, ich habe nur ganz viel Liebe gespürt und ich erlaube mir einfach zu glauben, dass es das Land hinter der Regenbogenbrücke wirklich gibt und das du mir von da ganz viel Liebe geschickt hast.

Meine kleine Püppi-Maus. Dich im Laufrad so liegen zu sehen hat mir das Herz gebrochen. Es tut mir unendlich leid, dass ich in deinem letzten Moment nicht bei dir war. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es etwa dem ähnelt was ich oben geschrieben habe, dass du keine Schmerzen hattest. Das du einfach weiter gelaufen bist, bis du über die Regenbogenbrücke gelaufen bist und das du gar nicht mehr mitbekommen hast, wie dein Herz aufgehört hat zu schlagen. Es tut mir unendlich leid, dass ich dich Montag Morgen angeschrien habe. Ich habe dich noch nie angeschrien, immer leise mit dir gesprochen. Ich wollte dich nicht anschreien. Ich wollte, dass du aufstehst, das du zu mir kommst, das du reagierst. Das du lebst, meine kleine Maus. Es tut mir leid, ich hoffe du nimmst es mir nicht böse.

Mein kleines Mäuschen, vielen Dank für die wundervolle Zeit mit dir. 1 Jahr, 5 Monate und 4 Tage warst du bei mir. Du hast mein Leben bereichert. Du warst so anders als Dean und ich musste immer schmunzeln, wie verschieden ihr zwei eigentlich seid. Und in manchen Dingen dann doch wieder so ähnlich. Wo Dean die Hirsekolben geliebt hat, hast du sie links liegen lassen. Aber getrocknete Heimchen habt ihr beide nicht gemocht. Wo Dean ordentlich war und alles gelassen hat wie ich es ihm eingerichtet habe, bist du her gegangen und hast komplett umgebaut. Wo ich Dean gehen lassen musste, bist du voraus geeilt. Beide viel zu früh.

Ich liebe dich mein kleiner Plüschpopo. Du kannst dir nicht vorstellen wie sehr. Ich hoffe, du hattest ein schönes Leben bei uns. Ich hoffe dir ging es gut und das du zufrieden auf dein Leben zurück blicken kannst.

Meine kleine Püppi, du wirst für immer in meinem Herzen bleiben. Die Lücke die du hinterlassen hast kann niemand füllen. Als du gegangen bist, hast du ein großes Stück von meinem Herzen mitgenommen. Du bist so klein, du hast so kleine Pfötchen. Aber du hinterlässt so eine riesige Lücke und Leere in mir, deine Pfotenspuren sind so tief in meinem Herzen. Danke für alles mein kleiner Plüschpopo.

Zum Schluss noch ein Danke an alle Leser die Püppis Beiträge immer verfolgt haben. Es war schön die Welt aus Püppis Augen zu sehen. Ich hoffe, dass euch ihre Beiträge gefallen haben und das sie so bei euch allen unvergessen bleibt.

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2 Comments Ein letzter Gruß

  1. early50 20. September 2017 at 17:55

    Oh nein….. das tut mir soooo leid!!!!

    Ich fühle mit Dir und bewundere Dich, dass Du dazu so einen wunderschönen Text geschrieben hast!

    Alles Liebe für Dich

    Reply
    1. kl4kk1 20. September 2017 at 19:50

      Vielen lieben Dank.
      Mir ist das auch nicht leicht gefallen diesen Beitrag zu schreiben aber das war ich meiner Püppi schuldig.

      Reply

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