Eine kleine Knutschkugel namens Dean

Ich habe euch hier im Blog ja schon Püppi vorgestellt, beziehungsweise hat sie sich selber vorgestellt. In ihrem ersten Beitrag hat sie einen Herren namens Dean erwähnt und von diesem Herren möchte ich euch heute berichten.

Dean war mein erster Hamster, ein kleines Goldhamstermännchen. Ich habe ihn zu meinem Geburtstag 2014 bekommen. Da ich nicht weiß wann er genau geboren ist habe ich beschlossen seinen Geburtstag dann zukünftig mit meinem zusammen zu feiern. Das es nur einer wird hatten wir nicht gedacht.

Als er hier angekommen war hat er sich erstmal versteckt und alles beobachtet aber als es dann etwas ruhiger wurde kam er sofort raus. Dann haben mein Mann und ich erstmal überlegt wie er denn nun heißen soll.

Zuerst war ich für Muffin. Dann hat mein Mann Dean vorgeschlagen. Warum Dean? Ganz einfach! Weil der Dean von Supernatural ne coole Sau ist. Also war die Entscheidung gefallen und ab sofort hieß er Dean.

Dean war von Anfang an sehr sehr neugierig. Er kam ans Gitter hat sich dahin gesetzt und zugehört. Eigentlich sagt man, man solle Hamster die ersten Tage komplett ignorieren und danach langsam anfangen mit ihnen zu reden. Das sowas schwer fällt weiß wohl jeder. Bei Dean habe ich es nach wenigen Minuten aufgegeben. Er sass immer sehr aufmerksam in seiner Behausung und hat alles beobachtet und zugehört. Wenn ich mich dann zu ihm gesetzt habe hat er mir ganz aufmerksam zugehört. Bin ich an seinem Haus vorbei gegangen ist er im Haus mit gelaufen.

Dennoch war er auch sehr schreckhaft. Lieber langsam bewegen und bevor man das Futter auffüllt sollte man sich schon bemerkbar machen bevor er sich erschreckt.

Am Anfang habe ich ihm aus einem Kinderbuch vorgelesen, damit er sich an meine Stimme gewöhnt und ihm alles mögliche erzählt. Danach habe ich angefangen meine Hand in sein Haus zu halten. Wenn er schnüffeln wollte schön, wenn nicht, auch schön. Danach ging es weiter mit Leckerchen aus der Hand nehmen, das hatte er ganz fix drauf. Danach auf die Hand gehen um ans Leckerchen zu kommen. Das war ihm am Anfang etwas unheimlich. Es hat aber nicht lange gedauert da kam er auf die Hand drauf.

Als Dean bei uns eingezogen ist hatte er aber eine ganz besondere Macke. So typisch Hamster habe ich langsam das Gefühl nachdem Püppi das auch gemacht hat am Anfang. Er ist die Gitterstäbe hoch geklettert. Soweit so gut. Er kam nur nicht mehr runter! 

Was viele wohl nicht wissen die sich nicht mit Hamstern beschäftigen, Hamster können Höhe nicht einschätzen. Sie leben nach einer ganz einfachen Devise „Runter kommt man immer“.

Nach dieser Devise lebte auch Dean. Sprich, er ist rauf geklettert, hat oben ein bisschen rum geguckt und wollte dann wieder nach unten klettern. Nachdem er aber dann gemerkt hat das er nicht so einfach runter kommt hat er sich einfach fallen gelassen. Wenn ich es mitbekommen habe das er klettert bin ich zwar immer ganz schnell hin um ihn aufzufangen aber manchmal hat er mich dann auch angeguckt und genau dann los gelassen. Nachdem er dann raus hatte das ich immer angerannt komme um ihn aufzufangen hat er mich immer angeschaut als wäre es meine Schuld wenn ich mal nicht schnell genug war. Selbst wenn ich es geschafft habe und er sich dann zusammen gekugelt hat und von meiner Hand gekugelt ist hat er mich ganz vorwurfsvoll angeschaut. Hamster halt!

Zum Glück hat er mit dem klettern aber dann doch aufgehört nachdem ich einmal nicht schnell genug war und er volle Lotte auf die Leiter gefallen ist. Ich war einfach nur froh das ihm nichts passiert ist, ich dachte in dem Moment, das wars. Aber da hatte Dean wohl mehrere Schutzengel um sich 🙂

Hinterher war er dann auch so zutraulich das er sofort auf die Hand geklettert kam wenn ich seinen Napf aufgefüllt habe, so dass er dann gemütlich auf meiner Hand sass und in aller Ruhe gegessen hat. Egal wie ich meinen Arm verrenkt habe damit er darauf sitzen konnte.

Oder er hat mit meiner Hand gespielt, rum laufen, drauf klettern, runter springen, rum laufen, drauf klettern, runter springen… hin und her 🙂

Wenn ich morgens im Wohnzimmer sass bevor ich zur Arbeit musste ist er oft sogar raus gekommen um sich noch ein Leckerchen abzuholen und nochmal auf die Hand zu klettern. Das wurde irgendwann quasi zu unserem morgendlichen Ritual.

Zu seinem Geburtstag ein Jahr später hat er dann einen Kräuterkugelhupf bekommen und ein Geburtstagsständchen, der hat mich schon ein bisschen schräg angeschaut als ich ihm Happy Birthday vorgesungen habe. Zu Weihnachten hat er dann ein neues Laufrad und ein neues Häuschen bekommen. Jap richtig, ich habe meinen Tieren immer zum Geburtstag oder zu Weihnachten was besonderes geschenkt und sei es einfach ein besonderes Leckerchen. Das tue ich heute noch!

Im Februar 2016 sass ich dann morgens im Wohnzimmer, noch im Halbschlaf und habe versucht wach zu werden bevor ich zur Arbeit musste. Dann kamen ganz komische Geräusche aus Deans Schlafhäuschen. Ich kann euch nicht sagen was in dem Moment in meinem Kopf rum ging. Jedenfalls nichts Gutes. Also bin ich zu meinem Mann ins Schlafzimmer, habe den wach gemacht und zusammen haben wir nach Dean geguckt. Der sass da wie ein Häufchen Elend in seinem Nestchen und war gar nicht munter. Also fertig gemacht, Tierarzt angerufen, zum Tierfachhandel eine große Transportbox gekauft, auf der Arbeit angerufen, Dean eingesammelt und ab zum Arzt. Diagnose: Schnupfen!

Das mag man jetzt erstmal belächeln wenn man sich bisher nicht mit Hamstern befasst hat. Jedenfalls kann Schnupfen ganz schnell ganz böse werden.

Die Tierärztin war aber klasse, hat ihn untersucht, ist so liebevoll mit ihm umgegangen und ich war so stolz auf meine kleine Knutschkugel wie lieb er war und als er in das Abhörding der Ärztin gebissen hat weil er dachte das kann man essen musste ich trotz aller Sorgen lächeln. Es sah auch schon ein bisschen komisch aus da dieses Teil zum Abhören fast so groß war wie der ganze Hamster.

Jedenfalls hat mir die Ärztin erstmal was zum inhalieren mitgegeben und so Pellets damit sich der Schleim löst. Was soll ich sagen? Beides war die Hölle für Dean. Beim inhalieren hat er eine Transportbox kaputt gemacht weil er raus wollte, die Pellets hat er so gar nicht gefressen. Also habe ich Rat bei der Ärztin eingeholt, ich kann die Pellets auch auflösen und ihm das Wasser mit ner kleinen Spritze ins Mäulchen tropfen. Das war aber auch nicht besser. Aber irgendwie haben wir es geschafft und es ging Dean besser.

Dann habe ich ihm noch staubfreies Streu besorgt damit das seine Atemwege nicht noch reizt.

Im März 2016 ging das dann Schlag auf Schlag. Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich mit Dean bei der Ärztin war. Der Schnupfen kam schlagartig zurück und nichts half mehr. Also Antibiotikum. Ihm das zu verabreichen war noch schlimmer als die Pellets vorher weil dieses Zeug mochte er wirklich gar nicht. Also Babybrei geholt, probiert welche Sorte er mochte (ich hab von allem etwas geholt), Sorte gefunden die er mochte, Antibiotikum untergemischt, er hat das Zeug nicht mehr angerührt. Dann endlich die Lösung: Babysaft! Antibiotikum rein und er hats geschleckt.

Leider hat es nichts mehr gebracht. Am 20.03.2016 sass Dean vor seinem Häuschen, Futter und Wasser habe ich ihm direkt schon vor seiner Tür platziert das er nicht laufen muss. Als er was trinken wollte musste ich ihn festhalten und stützen da er sonst immer umgefallen ist. Sein Zustand hatte sich schlagartig nochmals verschlechtert.

Generell hatte ich an dem Abend das Gefühl das Dean gar nicht mehr da ist. Bis er mich angeschaut hat als ich ihn gestützt habe beim trinken. Sein Blick sagte mir einfach das er keine Kraft mehr hat, das er nicht mehr will. Da war für mich dann klar das der Termin morgen Abend beim Arzt, der zur Kontrolle gedacht war, nun zu einem Abschied wird.

Am 21.03.2016 bin ich dann nach der Arbeit schnell nach Hause gelaufen und habe versucht Dean aus dem Häuschen zu locken. Normalerweise musste ich nur mit der Tüte seiner Leckerchen rascheln und er kam raus. An dem Abend nicht. Ich dachte, er wäre vielleicht schon in der Nacht gegangen. Dann habe ich das Dach hoch gehoben und da sass er. Ein Häufchen Elend.. Ich habe ihn dann vorsichtig hoch genommen, etwas was er vorher nie so einfach mit sich hätte machen lassen aber er hat das gar nicht mehr wirklich wahr genommen.

Mit seinem Nest habe ich ihn in die Transportbox gesetzt und bin mit ihm zum Tierarzt gegangen. Wenn er inhalieren musste habe ich von Blutengel immer das Klassikalbum angemacht, es heißt klassische Musik beruhigt Hamster und ich denke das hat ihn wirklich beruhigt. Vielleicht war es auch Einbildung oder dadurch das ich mich durch die Musik etwas entspannen konnte hat er sich auch entspannt. Ich weiß es nicht.

Jedenfalls habe ich ihm auf dem Weg quer durch die Innenstadt leise Lieder von dem Album vorgesungen, habe einen Ohrstöpsel auch an seine Transportbox gelegt das er die Musik dazu gehört hat.

Bei der Ärztin kamen wir dann ein bisschen zu spät an. Aber sie hatte vollstes Verständnis, ich sagte ihr auch direkt das es keinen Sinn mehr macht und das er unnötig leidet. Als sie dann nur einen Blick auf ihn warf konnte ich an ihrem Gesichtsausdruck sehen das sie zustimmt. Er war auch komplett abgemagert, was man so vorher gar nicht gesehen hat und ausgetrocknet.

Als die Ärztin ihm die Spritze gab und in sein Nest legte hatte ich das Gefühl noch einmal meinen Dean zu sehen, so wie ich ihn kenne und abgöttisch liebe. In dem Blick den er mir zuwarf konnte ich nur ein Wort lesen: Danke!

Da wusste ich, so weh es auch tut, es war die richtige Entscheidung.

Um ca 19.50Uhr bin ich dann nach Hause gegangen, alleine, ohne Dean. 

Dean, geboren Juni / Juli 2014, Geburtstag 24.08.2014, über die Regenbogenbrücke gegangen am 21.03.2016

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